Ein Mottenbefall ist immer unangenehm und mit einer Menge Arbeit verbunden. Haben sich Motten wie beispielsweise Teppichmotten einmal im Haus eingenistet, dauert es eine Weile, sie wieder zur Gänze loszuwerden. Allerdings sollten alle notwendigen Anstrengungen unternommen werden, um den Mottenbefall so schnell wie möglich zu beenden, damit Sie größere Schäden an Ihren Teppichen und Ihrer Kleidung vermeiden können. Wir zeigen Ihnen, wie Sie einen Mottenbefall erkennen, was Sie gegen einen akuten Befall tun können und wie Sie sich und Ihren Haushalt in Zukunft so weit wie möglich vor einem erneuten Befall schützen können.

Was sind Teppichmotten überhaupt?

Man unterscheidet in der Regel zwei Arten von Motten. Die Lebensmittelmotten und die Kleidermotten oder auch Teppichmotte. Die beiden Mottenarten unterscheiden sich durch die Schäden, die sie anrichten und die Dinge, die sie befallen. Während Lebensmittelmotten sich über die Lebensmittel in der Küche und den Vorratskammern hermachen, setzen Kleider- und Teppichmotten ihre Eier in Kleidungsstücke und Teppiche.

Dabei brauchen die Larven der Teppichmotte das Protein Keratin, um zu wachsen. Dieses ist in Tierhaar enthalten und damit auch in vielen Kleidungsstücken und in Teppichen zu finden. Teppichmotten legen ihre Eier daher an dunklen Stellen in Teppichen ab, da sie hier ausreichend Nahrung für ihren Nachwuchs finden.

Da Teppichmotten tierische Fasern brauchen, um das für ihr Wachstum im Larvenstadium notwendige Keratin zuzuführen, bleiben pflanzliche und synthetische Gewebe zumeist verschont. Allerdings gilt dies nicht für Mischgewebe, in dem synthetische oder pflanzliche Stoffe mit tierischen zusammen verarbeitet werden.

Die Larven verwenden dabei die Fasern nicht nur als Nahrung. Sie dienen ihnen auch als wichtiger Werkstoff für den Bau des Kokons.

Übrigens:

Die Teppich- oder Kleidermotte gehört zur Art der Schmetterlinge und hier zur Familie der echten Motten. Ausgewachsen werden die Tiere zwischen 4 und 9 Millimeter groß und erreichen eine Flügelspannweite von rund 12 bis 16 Millimetern.

Wie kann es zu einem Teppichmottenbefall kommen?

In der Natur wohnen Teppichmotten eigentlich in Tier- und Vogelnestern. Dort ernähren Sie sich von den Haaren der Tiere und erhalten so die notwendigen Nährstoffe. Motten sind allerdings grundsätzlich nachtaktive Tiere, die sich von Licht leiten lassen. Eigentlich auf das Licht des Mondes fixiert, lassen sie sich aber auch von näherliegenden Lichtquellen leiten und landen so nicht selten in unseren Häusern und Wohnungen.

Eine zweite Möglichkeit ist das „Einschleppen“ über Einkäufe. Auch wenn hierüber überwiegend Lebensmittelmotten aus dem Supermarkt oder vom Markt „mitgebracht“ werden, kann es in Einzelfällen auch vorkommen, dass Sie ein Stoffstück, auf dem sich Motteneier befinden, mit nach Hause bringen.

So erkennen Sie einen Teppichmottenbefall

Nahaufnahme einer von Teppichmotten beschädigten Teppichfliese
Teppichmotten haben diese Teppichfliese beinahe kahl gefressen (Nahaufnahme)

Wenn Sie erste Schäden an Kleidungsstücken oder an Ihrem Teppich feststellen, sollten Sie als Erstes prüfen, ob es sich wirklich um einen Mottenbefall handelt. Deutlich Anzeichen dafür sich:

  • Fraßlöcher in Stoffen
  • Teppichmottenlarven
  • Weiße Gespinste, welche die Tiere verlieren, wenn sie sich häuten

Oft wird auch das Vorhandensein von Eiern als ein Erkennungsmerkmal aufgeführt. Das Problem dabei: Mit gerade einmal 0,6 mm Größe sind die Eier für das menschliche Auge nahezu unsichtbar. Dazu kommt, dass Teppichmotten ihre Eier bevorzugt in dunklen Ecken und Ritzen ablegen. Wenn Sie also einen Teppich haben, der mit einer Ecke unter dem Schrank oder unter dem Sofa liegt, dann ist gerade dieser im Dunkeln liegende Teil des Teppichs besonders gefährdet.

Neben den Schäden, die ein Mottenbefall anrichtet, können sie ihn auch am Vorhandensein der Motten selbst erkennen. Sehen Sie eine Kleidermotte, sollten Sie schnell reagieren. Denn eine weibliche Motte legt bei einem Ablageprozess bis zu 250 Eier ab.

Die Teppichmotte lässt sich optisch leicht erkennen. Die Flügel sind im sitzenden Zustand spitz auf dem Rücken zusammengefaltet. Sind sie auseinandergeklappt, weisen sie keine dunklen Punkte auf, sondern schimmern eher silbern. Ihr Flug ist taumelnd oder leicht zappelnd. Die Motten lassen sich meist erst am Abend blicken, da die Tiere nachtaktiv sind.

Haben die Motten bereits Eier gelegt, schlüpfen aus diesen die Mottenlarven. Diese wiederum können von Menschen gesehen werden. Sie sind gelb-weißlich von der Farbe her und sind letztlich diejenigen, die eigentlich die Schäden verursachen. Eine ausgewachsene Motte frisst keine Fasern mehr. Die weißen fadenartigen Gespinste hinterlässt wiederum die Larve immer dann, wenn sie sich häutet.

Achtung:

Teppichmotten machen sich zuweilen auch über biologisches Dämmmaterial in der Bausubstanz her. In solchen Fällen drohen erhebliche Schäden an der Bausubstanz. Hier ist absolute Vorsicht geboten.

Diese Erstmaßnahmen helfen gegen Teppichmotten

Um Motten wirklich effektiv bekämpfen zu können, sind einige Vorarbeiten erforderlich. Dazu sollten Sie am besten die folgenden Punkte sämtlich konsequent umsetzen.

  1. Wenn sich der Teppich bewegen lässt, sollten Sie ihn in einen abgeschlossenen Raum bringen, in dem keine anderen Stoffe oder Textilien zu finden sind.
  2. Der Teppich muss gründlich abgesaugt werden. Dazu müssen unter Umständen auch Polster und Möbelstücke zur Seite gerückt werden. Es ist wichtig, auch sämtliche Flächen um den Teppich herum gründlich zu reinigen. Fugen und Ritzen unter dem Teppich saugen Sie gründlich aus und reinigen diese, wenn der Teppich beispielsweise auf Fliesen liegt, mit Essigessenz.
  3. Den Staubsaugerbeutel entsorgen Sie bitte sofort im Hausmüll außerhalb des Hauses
  4. Prüfen Sie, ob Ihr Kleiderschrank oder Möbelstücke mit einem Textilbezug bereits ebenfalls von Motten befallen wurden. Wenn noch kein Befall vorliegt, können einfache Hausmittel einen späteren Befall verhindern (dazu später mehr)
  5. Achten sie gerade bei Möbelstücken mit Textilien auf schmale Ritzen und Stellen, die im Dunkeln liegen. Auch auf der Unter- oder Rückseite eines Möbelstückes können Eier abgelegt worden sein.
  6. Ein anderes Stoffstück, dass Sie unbedingt auf einen Mottenbefall hin überprüfen sollten, sind Ihre Gardinen. Je schwerer der Stoff und je seltener die Gardinen bewegt werden, desto größer ist die Gefahr, dass es hier auch zu einem Mottenbefall gekommen sein kann.

So bekämpfen Sie Teppichmotten ohne chemische Mittel

Nachdem nun die groben Vorarbeiten erledigt wurden, kann es an die eigentliche Bekämpfung des Mottenbefalls gehen. Auch wenn Sie den Teppich noch so gründlich abgesaugt haben, werden Sie mit Sicherheit noch immer nicht alle Eier erwischt haben. Aus diesem Grund müssen Sie nun konsequente Maßnahmen ergreifen, um den Mottenbefall zu beseitigen. Halbherziges Vorgehen sorgt nur dafür, dass einzelne Eier oder Larven übersehen werden und doch wieder neue Motten schlüpfen, die Ihnen wiederum eine neue ausgewachsene Teppichmottenplage bescheren werden.

Das einfachste wäre an dieser Stelle natürlich eines der verschiedenen chemischen Mittel zur Mottenbekämpfung anzuwenden. Wir raten allerdings deutlich davon ab und zeigen Ihnen hier lieber, wie Sie auf natürlichem Wege Herr der Lage werden können.

Darum sollten Sie im besten Fall auf chemische Mittel verzichten

Es gibt verschiedene chemische Mittel, die zur Bekämpfung von Teppichmotten angeboten werden. Laut Aussage des Umweltbundesamtes sollte man allerdings auf die Anwendung am besten Verzichten. Das hat verschiedene Gründe. Der Wichtigste ist wohl der, dass alle diese Mittel auf der Basis eines synthetischen Nervengifts arbeiten. Wer Haustiere oder Kinder hat, sollte also auf jeden Fall auf die Anwendung dieser Mittel verzichten. Doch auch ältere und kranke Menschen können hier negative Nebenwirkungen erfahren.

Reinigung, Sonnenlicht und Temperaturbehandlung

Bei einem relativ leichten Befall reicht es, den Teppich und das Umfeld gründlich zu säubern und sicherzustellen, dass alles, was von den Motten befallen sein könnte, für längere Zeit dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt ist. Vorhandene Eier und Larven werden so nämlich ausgetrocknet und durch das Sonnenlicht sogar abgetötet.

Daneben besteht auch die Möglichkeit einer Temperaturbehandlung. Dafür sind starke Temperaturschwankungen nötig. So sollte erst eine Hitzebehandlung bei 50 – 60 Grad im Backofen erfolgen. Ein solcher mit Umluftfunktion eignet sich dafür am besten. Hier könnte allerdings Brandgefahr bestehen, weshalb Sie bei einer solchen Anwendung immer in der Nähe bleiben sollten.

Stoffe, die nicht so weit erhitzt werden dürfen, können eingefroren werden. Wird ein Stoff für mindestens eine Woche bei Minus 18 Grad eingefroren, sterben mit Sicherheit alle Eier und Larven in allen Entwicklungsstadien zu 100 Prozent ab.

Sowohl die Hitze- als auch die Kältebehandlung lässt sich natürlich nur mit kleinen Teppichen oder mit klassischen Textilien durchführen. Die Sonneneinstrahlung hingegen können Sie auch bei größeren Teppichen nutzen, soweit diese so beweglich sind, dass Sie diese an die frische Luft bringen können.

Bei einem stärkeren Mottenbefall oder wenn die oben genannten Varianten technisch nicht umsetzbar sind, gibt es noch eine weitere natürlich Methode. Schicken Sie der Teppichmotte einfach einen alten Feind auf den Leib.

Setzen Sie die natürlichen Feinde der Teppichmotten ein

Eine gern und häufig genutzte Möglichkeit der Bekämpfung von Teppichmotten sind Schlupfwespen. Schlupfwespen? Bekämpft man da nicht Feuer mit Feuer? Nein! Denn Schlupfwespen haben mit den klassischen Wespen, wie wir Sie aus dem Garten kennen, nicht viel zu tun. Sie sind weder für Menschen noch für Haustiere in irgendeiner Art gefährlich.

Schlupfwespen gelten als Nützlinge. Sie werden nicht einmal 0,4 mm groß und sind damit kleiner als Motteneier und für das menschliche Auge praktisch unsichtbar. Eine Verteilung der Schlupfwespen in Ihrer Wohnung ist ausgeschlossen. Die kleinen Tierchen kommen maximal einen halben Meter von der Stelle weg, an der sie ausgesetzt werden. Flügel haben Schlupfwespen nicht. Außerdem sind sie auf Motteneier angewiesen. Das bringt direkt einen großen Vorteil mit: Haben die Schlupfwespen ihre Aufgabe erfüllt und die Mottenplage beendet, verschwinden die kleinen Tierchen selbst ebenfalls bzw. sterben ab.

Schlupfwespen legen ihre eigenen Eier in die Eier der Teppichmotten. Dadurch können keine neuen Teppichmotten mehr schlüpfen und die Eier werden faktisch zerstört.

Achtung:

Schlupfwespen greifen nur die Eier der Teppichmotten an. Haben Sie bei Ihren Vorarbeiten irgendwo eine Larve übersehen oder fliegen noch Motten in Ihrer Wohnung herum, haben die Schlupfwespen auf diese keinen Einfluss. So könnten auch nach einem erfolgreichen Schlupfwespeneinsatz neue Motteneier ausgelegt werden. Aus diesem Grund sollten Sie nach jeweils ca. 3 Wochen das Aussetzen der Schlupfwespen insgesamt fünfmal wiederholen. Die meisten Schlupfwespenanbieter bieten allerdings sowieso Pakete von 5 Lieferungen im 3-Wochenrythmus an.

Der Einsatz von Schlupfwespen ist dabei denkbar einfach. Sie kaufen die kleinen Tierchen in Form von Eiern, die auf Karten angelegt sind. Diese legen Sie auf dem betroffenen Teppich aus. Jede dieser Karten kann rund einen Quadratmeter abdecken. Aus den gut 3.000 Eiern auf einer solchen Karte schlüpfen die Schlupfwespen und erledigen ihre Aufgabe. Sind keine Motteneier mehr zu finden, sterben die Schlupfwespen ab und werden von Ihnen beim nächsten Staubsaugen mit eingesaugt.

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HINWEIS: pro Meter Schrankfläche UND für jede Schublade ein Kärtchen verwenden. Bei weniger ist der Erfolg gefährdet. Zu wenige Schlupfwespen ist die häufigste Ursache für ein Scheitern der Teppichmotten-Bekämpfung.

Es gibt Möglichkeiten, einem Befall durch Teppichmotten vorzubeugen!

Wer einmal einen Mottenbefall erlebt und dabei womöglich sein Lieblingskleidungsstück oder einen wertvollen Teppich verloren hat, der wird mit Sicherheit alles daransetzen, einen neuen Befall in Zukunft zu vermeiden. Tatsächlich gibt es einige wirklich einfachen Möglichkeiten, einen Befall von Teppichmotten zu vermeiden.

  1. Sorgen Sie für Fliegengitter an den Fenstern

Wenn keine Motten ins Haus fliegen, kommt es auch nicht zu einer Mottenplage. Vor allem im Sommer sollten Sie dafür sorgen, dass Terrassentüren nicht so offenstehen, dass Motten durch das Licht im Inneren angezogen werden.

  1. Saugen Sie Teppiche regelmäßig ab

Damit ist nicht nur der sichtbare Teil eines Teppichs gemeint. Wenn Ihr Teppich unter ein Sofa ragt, dann sollten Sie auch diesen Teil regelmäßig absaugen. Außerdem ist es grade bei kleineren Teppichen empfehlenswert, diese regelmäßig im Freien auszuklopfen und sie eine Weile in der Sonne liegen oder hängen zu lassen.

  1. Nutzen Sie einfache Hausmittel

In der Vergangenheit gab es eine Menge Stoffe, denen man nachgesagt hat, dass sie vor Motten schützen könnten. Bei vielen dieser Stoffe sind die Annahmen in der Zwischenzeit widerlegt worden. Allerdings hat sich der Nutzen von Lavendel und Zedernholz mit Duftnote bestätigt. Das Zedernholz sollten Sie leicht anrauen, damit es den enthaltenen Duft stärker abgibt.

Legen Sie ein Lavendelsäckchen in Ihren Kleiderschrank oder Ihre Wäscheschublade. So vermeiden Sie einen direkten Mottenbefall.

  1. Packen Sie selten genutzte Kleidung sicher ein

Winter- oder Sommerkleidung sowie Kleidungsstücke, die nicht regelmäßig getragen werden, sollten Sie entsprechend verpacken. Hierzu sind Kleidersäcke, aber auch große Plastiktüten, soweit Sie diese luftdicht verschließen bzw. abkleben können, bestens geeignet.

Tipp:

Es gibt sogenannte Motten- oder Pheromonfallen. Diese fangen zwar nur männliche Motten. Wenn Sie allerdings regelmäßig eine solche Falle aufstellen, können Sie feststellen, ob sich die Menge der Motten in Ihrer Wohnung häuft. Das kann schon auf einen akuten Befall hindeuten.

Fazit: Teppichmotten können Sie loswerden – es ist allerdings Konsequenz gefragt

Teppichmotten übertragen keine Krankheiten. Aber sie richten erhebliche Schäden an Teppichen, Möbelstücken, Kleidung (siehe Kleidermotten bekämpfen) und im schlimmsten Fall auch an Dämmmaterialien an. Aus diesem Grund sollten Sie, wenn es wirklich einmal zu einem Befall gekommen ist, diesen so schnell wie möglich bekämpfen.

Als Erstes beseitigen Sie dafür alle vorhandenen Larven und Eier auf mechanischem Wege, soweit dies möglich ist. Im besten Fall isolieren Sie den Teppich, auf dem es den Mottenbefall gibt, damit er sich nicht im Haus ausbreiten kann. Anschließend prüfen Sie, welche Bereiche im Haus ggfls. noch betroffen sind und reinigen diese ebenfalls. Dann nutzen Sie eine der natürlichen Methoden zur Mottenbekämpfung, die wir oben vorgestellt haben. Am Ende können Sie mit Lavendelsäckchen und etwas Zedernholz im ganzen Haus sowie mit Fliegengittern vor Türen und Fenstern einen erneuten Befall verhindern.

Letzte Aktualisierung am 20.10.2021 um 05:19 Uhr - Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API Wir aktualisieren regelmäßig die Preise. Ggf. haben sich die Preise oder Verfügbarkeiten dennoch bereits geändert.